Kummerbuben - Biografie
Volkslieder sollte man zuerst aus dem Fenster werfen
Die Kummerbuben spielen alte Schweizer Volkslieder, wie man sie noch nie gehört hat. Vergessene Lieder der einfachen Leute, himmeltraurige Balladen und frivole Rumpelsongs findet man im Repertoire der sechs Musiker aus Bern. Die Kummerbuben pimpen die jahrhundertealten Songs kräftig auf, hämmern drauf rum und machen einzigartigen Sound draus, der nach Rock und Folk mit balkanesker Note klingt.
2009 hat die sechsköpfige Berner Band ihr zweites Album «Schatthang» veröffentlicht, nur eineinhalb Jahre nach ihrem Debüt «Liebi und anderi Verbräche», das von Presse, Funk und Fernsehen mit Lob eingedeckt wurde.
Stimme
Simon Jäggi
Schon in Flaumbart-Zeiten als Rapper der verblichenen Berner Band Yedi setzte sich Jäggi mit Sprache auseinander. Heute arbeitet er hauptsächlich als Journalist, verfolgt aber stets Projekte in verschiedenen Sparten, etwa als Dokfilmer. Die Affinität zum Wort hegt er auch als Kummerbube: Jäggi bearbeitet die Texte im Repertoire Kummerbuben und ist zuständig für moralische Bedenken und eingebildete Krankheiten. Als Sänger hat er keine Ausbildung genossen - was nicht zu überhören ist. Umso authentischer, wie sich Jäggi den Lärm aus dem Kopf schreit und die Melancholie aus der Milz haucht.
Gitarren, Banjo, Mandoline
Nervous Urs
Nervous Urs spielt die Gitarre und das Banjo. Zusammen mit Simon Jäggi gehört er zu den Gründern der Kummerbuben und hilft mit bei der Recherche und Auswahl der alten Schweizer Lieder. Urs ist Autodidakt und bewegt sich abseits der gängigen Wege studierter Musiker. In den letzten Jahren ist er zwar eher als Entwicklungshelfer im Jazz und im Kaukasus aufgefallen, doch umso wuchtwoller schlägt sich nun sein slawisch-schwarzenburgerisches Gemüt auf die Saiten seiner Klampfe nieder.
Saxofone
Daniel Durrer
Durrer ist das, was in einschlägigen Kreisen als Musikernutte bezeichnet wird. Er gehört aber - um im Jargon zu bleiben - zu den Edelprostituierten. Er hat die Jazzschule Bern überlebt und tingelt nun durch Konzertlokale und zwielichtige Bars. Mit the Flying Hats, Baze, Wurzel 5, Fusion Square Garden und der Swiss Jazz Orchestra Big Band war er schon unterwegs. Manchmal bildet er zusammen mit Obi Oberholzer das üblich verdächtige Bläser-Duo SugarHornz, manchmal sieht man ihn am Fernsehen, wie damals in der Sendung «Black & Blonde» bei SFDRS.
Wenn der Whistleblower mal keine entrückt schönen Melodien ins Rohr bläst, bedient er sich eigentlich nur dreier Adjektive: vernüsselt, vereiert und verhäschert. Sein Wortschatz hängt eng mit seiner Lebensführung zusammen.
Gitarre uso
Moritz Alfons
Moritz Alfons, das ist ein Siebensiech. Der kann fast alles. Der hat zum Beispiel einen Weltmeistertitel in Karate, hat als Schauspieler und Tänzer im In- und Ausland gearbeitet und wurde mit 14 Jahren von der Schülerzeitung seiner Schule zum "Boy des Schulhauses" gewählt - will heissen: der sieht auch noch schnadig aus. Nicht zuletzt hat er die Jazzschule Luzern absolviert, was ihn zu einem Gitarrenvirtuosen gemacht und glücklicherweise nicht um seine Originalität gebracht hat. Unglaublich.
Aufzählen könnte man noch einiges. Viel entscheidender aber ist, dass Moritz Alfons ein Kummerbub wurde - sammt Gitarre und seinem unsäglichen Repertoire an Witzen.
Kontrabass
Higi Bigler
Higi war ein Landei. In jungen Jahren gehörte er als Klarinettist zur lokalen Dorfmusik, spielte Saxofon im kantonalen und nationalen Jugendblasorchester und ähnlich üblen Kapellen. Er hat die heimelige Musikkultur also tief ein- und auch wieder ausgeatmet. Neben Marschmusik, Walzer und Polka formten Rock- und Funkbands sein musikalisches Verständnis, bis zu dem Tag als er das Sensetal verliess.
Heute, in der Stadt angekommen, ist er Mitglied eines klassischen Orchesters und ein bewährter Kontrabassist. Bescheiden wie er ist, beschäftigt er sich nebst den vier Saiten mit nur zwei Zahlen.
Trommeln & Anverwandtes
Tobi Heim
Tobi Heim trägt intern den Übernamen «the butcher». Einerseits, weil seine Physis das Ausmass einer Kuhhälfte erreicht, andererseits wegen der unzimperlichen Behandlung seines Schlagzeugs. Doch Heim ist nicht nur ein kräftiger, groovender Drummer (mit Ausbildung am Drummers Collective, New York), er verfügt auch über ein Kanarienvogel-Stimmchen, das er als Mitglied des berühmt-berüchtigten Troubadour Trios «Tomazobi» hervorholt. Heim ist nicht nur der fröhlichste Kummerbube, er hat auch stets einen passenden Rumpelbeat auf Lager.
The Butcher trommelt auf Kübeln von Sonor.
Gigs
10. Februar 2012
Laboratorium, Stuttgart
11. Februar 2012
Rittergarten, Tuttlingen
12. Februar 2012
Kofferfabrik, Fürth
Obacht!
18. Dezember 2011
«Buebe gö z'Tanz» – Filmpremiere in Solothurn
18. Dezember 2011
Das neue Album heisst «Weidwund»
13. März 2011
Das Sixpack wieder komplett