Bislang war das ja ein Sommer, der uns entgegenkam. Bis auf wenige Ausnahmen sind wir nicht so die Marzilitypen. Daher kann es uns nur recht sein, wenn die Sonne nicht so bränntet. Auch weil wir diesen Sommer eher in dunklen Kellern verbringen als auf grünen Wiesen. Denn die Kummerbuben nehmen ihre erste Scheibe auf. Im Oktober soll sie rauskommen, einen Namen hat sie auch schon: "Liebi und anderi Verbräche". Am 28.Oktober ist Plattentaufe in der Turnhalle im Progr Bern, am Tag drauf sollte die CD in den Läden stehen. Sie kommt raus auf dem jungen, feinen Berner Label Chop Records.
Wer wissen möchte, wie das so abgeht, wenn sich sechs Kummerbuben im Studio auf den Füssen rumstehen, der lese den Blog auf Myspace. Dort führte Herr Moriarty vom 1. bis 7. August ein Logbuch. Ahoi!
Es wird hier jetzt nicht vermeldet, dass Higi nun eine tolle Tolle trägt, sich Urs Champagner verdient hat, sich Marios Beizenbesuche verringert haben, derweil Duriel wieder mehr unterwegs ist und Tobi golden umrahmte Einladungen verschickt (dass über Dean nichts steht, sollte nicht verwundern, er schreibt das Zeugs hier). Nein, Internas werden keine vermeldet - es gibt nun nämlich echte Neuigkeiten!
Dean Moriarty & The Dixie Dicks gibt es nicht mehr. Aber keine Wehklagen jetzt (und keine Freudentänze). Wir ändern nämlich bloss unseren Namen. In Bälde heissen wir... Kummerbuben.
Ja, genau, Kummerbuben. Ob ihr das nun gut oder schlecht findet, kümmert nicht. Wir haben genug lange diskutiert, daran wird nun nicht mehr gerüttelt. Dass wir unseren schönen, einprägsamen Namen ändern (den sich zu Beginn selbst einzelne Bandmitglieder nicht merken könnten), hat natürlich einen Grund. Wir tingeln nun nämlich nicht mehr mit Waits-Songs über die Bühnen, sondern mit eigenen Liedern! Besser gesagt: Trotz Stauballergie und Abneigung gegen alles Patriotische (Mario ausgenommen) sind wir in die Keller der Schweizer Volksmusik gestiegen und haben vergessene Perlen entdeckt. Man könnte auch sagen: Die Büchse der Pandora haben wir geöffnet. Wir haben nämlich die dunklen, melancholischen, vagabundischen Volkslieder ausgegraben, die im gutbürgerlichen Sauberkeitswahn unter den Teppich gekehrt wurden – diese haben wir kräftig aufgepimpt, zünftig aufgemöbelt oder tüchtig verhunzt, je nach Sichtweise und Sprachgebrauch. Das heisst: In den meisten Fällen verwenden wir die Texte, da die Melodien nicht vorhanden oder zu volkstümlich sind, und schreiben eigene Mucke dazu, die wie die Dixie Dicks rumpelt. Tönt doch gut, oder? Kann man sich auch anhören. Und zwar an unseren Monatsgigs im Kairo. Zuerst spielen wir zum letzten Male am 4. und 11. Mai unser beliebtes Waits-Repertoire. Am 17. und 25. Mai kommt es dann zur Premiere unseres neuen Programmes. Dabei werden auch eine Reihe Gäste dabei sein. Wer, das wird jetzt noch nicht verraten. Auch wir brauchen Geheimnisse.
Wir treten ja in verschiedenen Formationen auf, Barkeeper wissen das schon länger. Auch ein von den Dixies abgekoppeltes Ding gibts diesen Samstag, 16.12. ab 21:30h in der Turnhalle, Progr Bern: Dean & Nervous Urs legen Folk und andere schöne Musik auf. Tanzen ist dabei aber nicht so erwünscht (Weisung vom Veranstalter), trinken dafür umso mehr.
...fallen wie von weit, als welkten in den Himmel ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit. Das hat mal Einer über den Herbst geschrieben. Golden sind die Tage, und bei den Dixie Dicks fallen die Lieder vom Himmel als wären es welke Blätter. Wem das nun alles zu bildlich war: Es tut sich was. Wir stehen knietief in den fossilen Brennstoffen der Schweizer Volksmusik und zeuseln. Hie und da gibts einen Gig, wie zum Beispiel am 8.Dezember in der Wunderbar Elvis et Moi, die wir in diesem Jahr nun schon das zweite Mal beglücken dürfen. Dort werden auch erste Brochen unseres neuen Programms zu kosten sein. Im Januar lassen wir es in einem Chrachen krachen, eine Woche Probewoche in einem alten Bauernhaus im Emmental. Und sollten wir nicht elendlich dem Bätzi verfallen, sollte was Anhörliches dabei rauskommen. Fazit dieser vagen Zeilen: Dean Moriarty & The Dixie Dicks go Swiss Folk – und es wird immer konkreter. So long